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Künftige hausärztliche Versorgung
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Kurzversion
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-> Künftige hausärztliche Versorgung ausführliche Version <- [53 KB]
Die missliche Lage in die Patienten durch den Hausärztemangel geraten werden, ist ausführlich dargestellt worden, zum einen über
http://www.hausaerzte-bayern.de
zum anderen über das Buch Hartwig, Renate: Der verkaufte Patient, Pattloch Verlag 2008. Vereinfacht ist das in einem unserer Praxisinfos dargestellt: Bevor sie als Patient zum Bittsteller werden [51 KB]
Ich möchte mich jedoch in erster Linie nicht mit den Klagen über die bestehenden Zustände verbreitern, sondern darstellen, wie die Arbeit der Hausärzte eine vitale und ganz positive Zukunft haben kann. Natürlich ist schon sehr viel von dieser Entwicklung geträumt worden, die Realisierung erscheint in weiter Zukunft. Es ist charakteristisch für Hausärzte, dass sie in ihren Alltagstätigkeiten sich auf "die da oben" verlassen und ihre Arbeit am Patienten tun wollen, was sowohl für Ärzte als auch für jeden Bürger ein Mangel an politischem Bewusstsein ist. In öffentlichen Umfragen deutet sich in den extrem hohen Zustimmungsquoten für die Hausärzte an, dass die Patienten sehr wohl die Arbeit des Hausarztes bestens kennen und wissen, was sie daran haben.
Es hat sich herausgestellt, dass trotz neuerlicher Ansätze die Sozialpolitik im Bereich der hausärztlichen Grundversorgung zu kurzatmig oder gar desinteresiert ist. Wer will und kann verantworten dass die Arbeitsbedingungen der Hausärzte so sind, dass von unzähligen jungen Ärzten kaum jemand diese sehr schöne Tätigkeit ergreifen möchte. Wer will und kann verantworten das auch junge Krankenhausärzte kapitulieren und nach jahrelangen staatlichen Investitionen in die Ausbildung an den Universitäten keine andere Lösung für ihre Berufssituation sehen, als ins Ausland zu gehen. Wer kann diese Abstimmung mit den Füßen von Studienabgängern verantworten? Gerade im Bereich Medizin werden Studenten weitgehend nur mit weit überdurchschnittlichem Abiturdurchschnitt zum Studium zugelassen, schon allein das sollte alle Alarmglocken läuten lassen.
Die negative Entwicklung ist jedoch schon viel weiter, als den meisten Patienten bekannt ist. Von fast 8.000 Hausärzten in Bayern sind nur 700 jünger als 40 Jahre (Stand 2008). Das Durchschnittsalter der bayerischen Hausärzte liegt bei 58 Jahren. Demzufolge werden in den nächsten fünf Jahren etwa 40% ihrer Hausärzte in den Ruhestand gehen. Immer mehr ältere Patienten suchen einen guten Hausarzt und zwar einen erreichbaren Hausarzt. Der Hausarzt vor Ort ist wichtiger denn je. Vergleiche: http://www.patientinformiertsich.de
"Vielmehr ist das Ergebnis der gegenwärtigen Politik, dass letzlich Kapitalgesellschaften oder Finanzinvestoren die lachenden Gewinner sein werden: Sie kaufen Arztsitze auf und machen den ambulanten Sektor, Hausärzte wie Fachärzte, zu einem industrialisierten und profitorientierten Tummelplatz." (http://www.freie-aerzteschaft.de)
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Kernkompetenz der Hausärzte
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Zur Kernkompetenz der Hausärzte zählt in den meisten Fällen ein überdurchschnittliches zeitliches Engagement.
Hausbesuche: vor, während der Sprechstunde, auch abends und in der Nacht schauen Hausärzte nach "ihren" Patienten. Der Patient hat einen besonders kurzen Draht für solche Anforderungen.
Hausärzte kennen ihre Patienten. Dadurch kann in unzähligen Fällen eine stationäre Einweisung vermieden werden. Im Krankenhaus austherapierte Patienten erhalten ihre Therapie vor Ort, gemeinsam mit den Sozialstationen und den Angehörigen.
Rasch reagieren auf akute oder schwere Probleme innerhalb von Stunden, wenn es sein muss von Minuten. Der Hausarzt wird im Regelfall keine Wartelisten führen, in Notfällen innerhalb von Stunden oder gar Minuten auf Anfordernisse reagieren, in Grippewellen eine Unzahl von Patienten unter enormem psychischen und physischen Einsatz versorgen.
Entscheidend ist die Erfahrung des Hausarztes. Das abwartende Offenhalten mit kurzfristiger Verlaufsbeobachtung ist eine für die Allgemeinmedizin spezifische Arbeitsweise. Sie muss von den Hausärzten ortsnah und situationsgebunden ständig geleistet werden. Nur so kann ein Übermaß an Krankenhauseinweisungen, technischen Untersuchungen und ein belastender therapeutischer Aufwand rational gesteuert werden. Vom Arzt verlangt dies hohe Verantwortung.
Wir Hausärzte haben oft den Eindruck, dass viel zu wenig bekannt ist, was unsere Arbeitsbereiche (vgl. Kapitel Arbeitsbereiche) ausmacht.
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Ausbildung und Weiterbildung
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Ein Weg in die Zukunft der Hausärzte wäre bei der Facharztausbildung ein Curriculum nach österreichischem Muster mit Ausbildungszeiten in Innerer Medizin und Chirurgie wie sie bisher schon vorgeschrieben sind, zusätzlich in allen wichtigen "Nebenfächern" Dermatologie, Orthopädie, HNO usw. ohne dass der angehende Allgemeinarzt für jeden Ausbildungsplatz eine Stellensuche beginnen muss. Die lebenslange Weiterbildung in einem so dynamisch wachsenden Wissensbereich wie der Medizin ist selbstverständlich.
Im folgenden noch einige Anregungen für Weiterbildungsstrategien, die der Arbeit der Hausärzte eine vitale und positive Zukunft geben könnten. vgl. oben.
-> Künftige hausärztliche Versorgung ausführliche Version <- [47 KB]
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